Am 29.06.2015, fast genau 7 Monate nach der erfolgreichen Qualifikation für die dritte Liga Mixed Indoor macht sich die Bärenbande aus Berlin auf den Weg nach Halle (Saale). Nach 245 E-Mails ist die Reiseorga im Nu erledigt. In zwei Autos stapeln sich jeweils 5 Bären und ein Fernbus ergänzt die Anreise mit zwei Bärinnen und einer zweidrittel-Flasche Luft.

Freitag gibt es den ersten Bärenrat des Wochenendes bei einer Runde Pizza („Wo ist der Schinken?“, „Ich hab das aber nicht bestellt!“ und „Dieses letzte Stück können wir morgen als Spiritpreis verschenken.“). Das Turniermotto wird schnell deutlich: „Ultimate. Spirit. Spaß.“. Die erste Nacht ist lang und bringt bereits die versprochene Portion Wind und Wetter mit sich. Sturmähnliche Böen, peitschender Regen und klirrende Kälte – na das Wochenende kann ja nur heiter werden!

DiscUrs landet in einem Berliner vierer Pool (davon gab es zwei, sowie zwei dreier-Pools) mit den Red Eagels, DJ Dahlem und Huck Jemischtet. Um 08:30 Uhr erwarten uns die heißen und fröhlichen Eagels zum ersten Spiel der Quali. DiscUrs startet gut, dann häufen sich Fehler auf beiden Seiten. Dennoch gewinnen wir 9:7. Ein Sieg der Eagels nach dem geilen Comeback hätte aber niemanden überrascht. Im zweiten Spiel treffen wir auf DJ Dahlem. Wie durch Zauberhand fügt sich alles bei uns und wenig bei den DJs und ermöglicht uns eine 4:0-Führung. Aber wie können wir das halten? Urplötzlich zeigt sich der Ultimate-Gott gnädig mit den Bären und lässt es schütten und stürmen. Ergebnis sind 400 Drops auf beiden Seiten und nur wenige weitere Punkte. Zweiter Sieg im Pool dank des Wetters. Vielleicht auch dank unseres Wetterbären alias Fozzy Baer auf der anderen Seite Deutschlands – who knows? Wie bestellt kommt zum Spielende wieder die Sonne hervor und hinterlässt uns motiviert, heiß und glücklich. Manche auch schon ein bisschen rot.

Im letzten Poolspiel erwarten uns Huck Jemischtet. Oberstes Ziel für dieses Spiel ist nach den beiden Erfolgen: „Schönes Ultimate, aber nicht verletzten!“. Schließlich warten noch 2 Spiele am Samstag und mindestens 2 am Sonntag auf uns. Die Hucks gehen nach wenigen Spielzügen verdient in Führung als plötzlich ein lautes „KNACK“ über das Feld knallt. Alles bleibt stehen – blickt sich um – Tim liegt am Boden. Die Hand eines Hucks landet beim Ausschwingen leider in Tims Gesicht. Nach einer Erstversorgung von Leo, unserer Ärztin (Zitat Leo) und zwei Hammersprints von Robert und Sarah geht es für Tim ins nahegelegene Krankenhaus. Wenige Stunden später wird klar: Platzwunde im Gesicht, die genäht werden muss und einiges um die Nase ist verschoben. Aber nicht nur das, die dazugehörige Hand erlitt einen Sehnenriss und muss auch versorgt werden. Glück im Unglück ist jedoch, dass es sowohl einen plastischen Chirurgen für das Gesicht, als auch einen Handspezialisten für die Sehne gibt. Dennoch ein lähmendes Ereignis für beide Teams. Die Spielführung bauen die Hucks verdient aus zu 12:2 und schenkten uns im Anschluss eine wunderbar feinfühlige Spiritrede.

Nach Neuaufteilung der Pools in Power- und Normalo-Pools kommen wir mit zwei Siegen in einern Powerpool mit JinxCity, Drehst’n’Deckel und den Goldfingers. Im dritten Spiel des Tages gegen JinxCity schlagen wir uns eigentlich ganz gut und kämpfen uns bis zur Endzone vor. Da werden wir aber zu oft daddelig und werfen die Scheibe weg. Drei Punkte können wir dennoch machen, verlieren dennoch zu 13. Nicht zuletzt, weil die zweite Verletzung über uns hereinbricht. Joseph denkt sich beim Scheibeaufheben: Geil, da ist betonharter Rasen, da bohre ich jetzt ein Loch mit meinem rechten Daumen rein! Und schwupps: Verstaucht. Joseph ist auch raus, wir sind mittlerweile zu neunt, Josh ist auch schon raus.

Fünftes und letzes Spiel des Tages: Drehst’n’Deckel. Wir spielen nicht schlecht, haben aber durch ein Spiel mehr und einige Spieler/innen weniger an diesem Tag die müderen Körper und verlieren. Die langen Würfe der Dresdener kommen an, uns fehlen einige, die lang werfen, wobei Robert und Jasper zusammen ein starkes Team ergeben. Nicht nur auf dem Feld.

Egal. Allein der Einzug in den Powerpool wird mit RobbiBubble in der Dusche und einem versteckten Inder in Halle belohnt. Ohne die stets fahrtüchtigen Laura W., Sarah und Franzi hätten wir die Kilometer aber laufen müssen. Todmüde landen wir extrem früh im Bett.

Am Sonntag warten um 08:30 Uhr die Goldfingers auf uns. Schnell wird klar: Die Finger haben den Kopf so früh viel stärker im Spiel und gewinnen verdient. Die langen Würfe können wir nur schwer stoppen, langsam werden aber Josephs lefty-Vorhände besser und gipfeln in einem lefty-Vorhand-Huck, der von Franzi gefangen und verwandelt wird. Juhu! Moment des Spiels. Aber auch sonst wird sichtbar, dass wir uns immer mehr einspielen und füreinander kämpfen. Die Stimmung steigt, trotz Niederlagen und keinem Sieg im Pool. Großartig, dass Christian uns seit Sonntagmorgen unterstützt.

Was nun passiert ist scheinbar den Launen des Ultimate-Gotts zu verdanken. Oder dem Ultimate-Teufel. Die Teams für die Plätze 1-6 stehen nun und werden weiter ausgespielt. Wir landen mit allen übrigen Teams in einem Riesenpool, der den letzten Qualiplatz (Nummer 7) nochmal komplett unter sich ausspielt. Und weil wir zwei Mal das Glück hatten, in Vierer-Pools zu landen, werden wir nur noch auf Teams treffen, die 2 Spiele weniger hatten als wir. Alles halb so schlimm, wären wir nicht nur zu 9t spielwütigen Bären, die zusammen auf maximal 300% Leistung kommen.

Nun ja, auf in den Kampf um den siebten Platz mit Bärengebrüll! Im siebten Spiel des Wochenendes erwartet uns der stets gutgelaunte Rotor. Und wie sollte es auch anders sein? Das Verletzungspech weicht uns nicht von der Seite. Nach wenigen Punkten verletzt sich der frisch dazugekommene Christian. Trotz gedämpfter Stimmung können wir den Rotor nicht zuletzt mit unserer Zone Schwierigkeiten bereiten und eine gute Führung ausbauen. Allerdings haben beide Teams die Uhr vercheckt und so beenden wir das Spiel gut 15 Minuten später.

Da waren es nur noch 8. Zeit für den zweiten Bärenrat dieses Wochenendes. Vor uns liegen zwei Spiele, die gewonnen werden müssen. Im Kreis sitzen nur noch 2 heile Bären und viele halbzerstörte. Das macht insgemsamt 100 Minuten Spielzeit für 16 müde Beinchen, die aber willig sind. Ergebnis nach einer 60minüten Diskussion: Wir zocken weiter! Mit Zone und heftigem Sideline support. Adrenalinrush. Was eine Gruppendynamik!

Achtes Spiel: Saxy Divers. Der Bärenrat hat uns neue Energie gegeben. Wir sind motiviert, spielen cool und können dank unserer Zone bis 5:5 super mithalten. Saxy Divers können sich nach ihrem Timeout wieder aufraffen und knacken die Zone, trotz Felix, dem Krakenmark. Wir verlieren 7:5, aber es gibt keine neuen Verletzungen (Robert zählt nicht) und wir sind happy. Gute Entscheidung.

Nach der Niederlage ist klar: Qualifizieren können wir uns nicht mehr. Das neunte und letzte Spiel gegen die Eagels wird für einen Spiritkreis getauscht und wir werden 10ter. Als Belohnung gibt es endlich die echte Berliner Luft von Maria und Laura O.

Bei diesem Wahnsinns-Ultimate-Triathlon mit mindestens 12 Stunden Rennen, Werfen und Fangen waren dabei:

5 starke Frauen, die ohne Ausfälle bis zum Ende durchgehalten haben: Franzi, ohne die wir alle Sonnenbrand hätten; Laura W, die sich beim Warmup fast selbst ausknockte; Sarah, die Luftkampf-Göttin; Maria und Laura O., die Zwillinge mit oder ohne Luft.

Männer („Ich dachte, wir hätten ein Frauen-Problem!“): Robert, alias RobbiBubble; Joseph, the lefty-vorhand-huck; Tim, the warmup-master; Josh, den wir endlich von unserem intuitiven Zonen-Talent überzeugen konnten; Leopold, die Ärztin; Christian, für den diese Quali wie verflucht war; Jens, der heimlich Joshs‘ Low-Release-Inside-Vorhand geübt hat; Felix, der unbreakable zone-mark; Jasper, der für alle verletzten umso mehr gerannt ist; aus dem Off: Fozzy, the weather-frog.